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Schulweghelfer*in sein - nicht ganz ungefährlich

Meldung vom 06.07.2021 Acht gesicherte Ampelübergänge in Ebersberg Noch schnell Gas geben mit dem Auto, um vor dunkelgelb oder gar bei rot die Ampel hinter sich zu lassen…, das ist mit der gefährlichste Moment für uns Schulweghelfer, wenn wir an der Fußgängerampel den Übergang für die Schulkinder sichern. Morgens vor Schulbeginn, wenn Gruppen von Schülern*innen jeden Alters Richtung Schule unterwegs sind, sichern wir Schulhelfer die Ampeln. Die Kinder haben sich viel zu erzählen, manchmal gibt es auch ein Gerangel und die Aufmerksamkeit auf den Verkehr ist nicht immer gegeben.

Clemens Bail

An acht Ampelübergängen in Ebersberg sind wir Schulweghelfer täglich für eine halbe Stunde bei jedem Wetter vor Ort, um Schüler*innen vor gefährlichen Situationen zu bewahren. Mein Name ist Clemens Bail und ich bin einer von über 40 Helfern, die im Wechsel den täglichen Schulweg sichern. Immer dienstags betreue ich die Ampel an der ehemaligen B304 zwischen Autohaus und Seniorenheim. Die Verkehrssituation an der Ampel wird von Autofahrern immer wieder falsch verstanden und manche übersehen die Ampel beim Abbiegen komplett, beziehungsweise schätzen die Kinder und Jugendlichen mit ihrem morgendlichen Temperament falsch ein. Denn schnell noch bei Rot dem Freund hinterher, das können Kinder auch. Hier den vorausschauenden Überblick zu behalten ist meine Aufgabe.
Motiviert für mein jetzt schon über sechs Jahre dauerndes Engagement bin ich durch meine Wertschätzung für die Schulweghelfer*innen, die sich in einer Zeit, als ich berufsbedingt gebunden war, um die Schulwegsicherheit meiner Kinder bemühten. Unverständnis habe ich für Mitmenschen, die unseren Einsatz belächeln, als ob wir morgens nichts Besseres zu tun hätten. Sie sehen nicht die Freude, die ich habe, wenn Kinder mir eine guten Morgen wünschen oder sich nett bedanken. Ein besonders schönes Erlebnis ist der erste Schultag. Auf ihrem allerersten Schulweg kommen die Kinder fröhlich mit ihren Schultüten und ganz großen Augen an die Ampel. Eine Freude, die ich Ihnen mit einem sicheren Schulweg erhalten möchte.
Die ehrenamtlichen Schulweghelfer*innen gibt es in Ebersberg nun schon seit 22 Jahren. Initiiert wurde der Helferkreis von Doris Rauscher, die auch heute noch die Koordination übernimmt. Mit derzeit 40 Aktiven und 5 Springern sichern wir die Ebersberger Ampeln. Unser Kreis könnte sich gerne vergrößern, denn durch Urlaub oder auch durch neu aufgenommene Berufstätigkeit der aktiven Mütter, Väter und Großeltern gibt es immer wieder Schwund. In der Regel übernimmt ein Helfer*innen einen bis zwei Morgen pro Woche. Der Aufwand ist gering, die Wirkung groß: Seit Bestehen der Schulweghelfer mussten wir keinen Unfall verzeichnen. Für mich wieder ein Grund dienstags um 7:30 an der Ampel zu stehen.
Über Verstärkung und geduldige Autofahrer an der Ampel freuen wir uns. Wer uns unterstützen möchte, kann sich einfach über die Mailadresse der Schulweghelferorganisatorin Doris Rauscher post@doris-rauscher.de an uns wenden.

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